Musik


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Die Kollegen von pitfire.net haben sich unsere brandneue Scheibe angehört. Unten Ihr Fazit..

Label: Schwinigx

Datum: 03.03.2017

 

Die Winterthurer-Punk-Institution Crude Caress hat nicht nur in kurzer Zeit einen beeindruckenden Output generiert, sie wissen auch um die Schönheit des Vinyl-Formats. Darum veröffentlichen sie ihr Mini-Album «Fuck Your Rules!» als schöne schwere Split-12inch mit den Winti-Punks von truNuar, die eine EP auf die andere Seite hauen.

Die Trademarks von Crude Caress sind – als Nachfolgeband der Glowing Scars – zum Glück schon überregional bekannt: Klassischer, weil simpler, Punk Rock in Trio-Formation mit drei Sängern (inkl. Schlagzeuger). Dabei strecken sich die Songs logischerweise nie zur Decke der Rockoper, sondern bleiben kurz und knusprig. Dabei schwanken die Längen zwischen kurzen Parolen («Rock») bis zu «normalen» Punk-Songs, bleiben aber stets unter drei Minuten. Als Abwechslung gibt es Liebesschwüre im ostschweizerischen Idiom («Well er alles für mi sind») oder Songs in lustiger Spanisch-Deutsch-Mischung («Encierro!»). Besonders das Parolenhafte steht dem Punk Rock immer gut, so hauen Crude Caress genau auch mit den simpleren und schnelleren Nummern ein paar veritable Hits für die Squats raus («Rules» oder «Traumatised Generation»), am Interessantesten bleiben aber die queren Experimente (z.B. «Trapped», das sich zum Beispiel eher reduziert und einfühlsam gibt), auch wenn nicht alles immer funktioniert, etwa sprachlich. Wenig Neues, aber viel Spassiges von der Winti-Front.

 

Auch die Split-Partner truNuar bieten auf ihrer Seite «Vorspeise» Punk über die grossen und kleinen Themen, mit dem sicher härtesten Artwork in diesem Jahr. Das in Deutsch oder Englisch und das erstaunlicherweise relativ eigenständig: Die Band lässt sich nicht wirklich auf etwas reduzieren. Manchmal ist das flott und reduziert («White Trash»), manchmal erstaunlich düster und auch durchaus verstörend («Bäume»). In diesen Momenten spielen sie krumme Songs mit massiven Krachwänden, die sich frustrierend dahinschleppen, stark! Wenn sich dazu noch beunruhigende deutschsprachige Texte gesellen, fühlt man sich unwohl und fast schon bei den Rachut-Gruppen daheim. Auch fröhliche Themen wie «Mary Jane» behandeln truNuar angenehm kaputt und mit einem komischen Motörhead-Vibe. Und «Plörre» ist sowieso das schönste Wort in der deutschen Sprache. Für mich zuvor völlig unbekannt zeigen diese Punks, was es heisst schön kaputten Punk Rock zu spielen, der es schafft, sich im Genre freizuschwimmen. Das sind hier ein paar fiese Arschlöcher von Songs, ziemlich cool! 

 

Was für eine hübsche Split mit einer straighteren (Crude Caress) und einer dunkleren (truNuar) Seite, die zu einander passen und sich gut ergänzen. Sowas muss man durchaus unterstützen!

 

by reto